Motorsäge reinigen: So bekomme ich meine Sägen wieder sauber

„Wie bekommen Sie Ihre Motorsägen eigentlich so sauber?“ Diese Frage erreicht mich auf meinen Social-Media-Kanälen besonders häufig. Deshalb zeige ich Ihnen in diesem Beitrag meine Reinigungsroutine am Beispiel einer stark verschmutzten Sachs-Dolmar 110. Mit etwas Vorarbeit und einem Teilewaschgerät lassen sich auch hartnäckige Ablagerungen gründlich entfernen.

Den Ablauf sehen Sie auch in meinem YouTube-Short zur Motorsägenreinigung.

Warum eine saubere Motorsäge mehr als nur gut aussieht

Beim Sägen sammeln sich Holzspäne, Staub und Ölreste an der Maschine. Mit der Zeit kann daraus eine feste Schmutzschicht entstehen, wie bei der Sachs-Dolmar 110 aus meinem Video.

Besonders kritisch wird es, wenn die Ablagerungen die Kühlluftwege zusetzen. Die Lüfterflügel am Polrad sorgen dafür, dass Kühlluft durch die Maschine strömt. Werden die Luftwege und Kühlrippen durch Schmutz blockiert, kann die Wärme schlechter abgeführt werden. Die Folge kann eine Überhitzung bis hin zum Motorschaden sein.

Eine gründliche Reinigung gehört deshalb zur Pflege der Motorsäge und sollte spätestens dann erfolgen, wenn sich deutliche Ablagerungen gebildet haben.

1. Zuerst den groben Schmutz entfernen

Ich beginne damit, feste Schmutzschichten vorsichtig abzuschaben. Gerade bei einer stark verdreckten Maschine erleichtert dieser Schritt die anschließende Reinigung erheblich: Was bereits mechanisch entfernt wurde, muss der Reiniger später nicht mehr lösen.

Arbeiten Sie dabei behutsam, damit Lack, Kunststoff und empfindliche Bauteile unbeschädigt bleiben. Ein geeigneter Kunststoffschaber und eine Bürste können dabei helfen. Drücken Sie gelösten Schmutz nicht in offene Anschlüsse oder in das Motorinnere.

Vor Beginn muss der Motor ausgeschaltet und abgekühlt sein. Sichern Sie die Maschine gegen unbeabsichtigtes Starten und beachten Sie die Hinweise in der Betriebsanleitung. Auch STIHL empfiehlt diese Vorbereitung für die Reinigung einer Benzin-Kettensäge.

2. Gründlich reinigen mit dem Teilewaschgerät

Nach der Vorreinigung kommt mein Teilewaschgerät zum Einsatz. Im Video besprühe ich die zu reinigenden Teile mit etwa 50 °C warmem Wasser und einem Zusatz Universalreiniger. Auf diese Weise entferne ich die verbliebenen Verschmutzungen.

Da ich regelmäßig Maschinen und Bauteile reinige, ist das für mich eine besonders angenehme und effiziente Arbeitsweise. Die mechanische Vorarbeit und das anschließende Waschen ergänzen sich dabei gut.

Entscheidend ist, dass Reiniger, Temperatur und Bauteil zusammenpassen. Verwenden Sie nur für das Gerät und die jeweiligen Materialien geeignete Reinigungsmittel und halten Sie die vorgegebene Dosierung ein. Die gezeigte Teilewäsche lässt sich nicht pauschal auf eine vollständig montierte Motorsäge übertragen: Wasser und Reiniger dürfen nicht in empfindliche elektrische Bauteile, den Ansaugtrakt oder das Motorinnere gelangen.

3. Hartnäckige Rückstände gezielt nachbehandeln

Bei besonders hartnäckigen Stellen verwende ich im Short zusätzlich Backofenreiniger und lasse ihn einige Minuten einwirken.

Hier kommt es unbedingt auf die Materialverträglichkeit an: Backofenreiniger sind keine universell geeigneten Motorsägenreiniger. Je nach Produkt können sie beispielsweise Aluminium, Lack und Kunststoff angreifen. MELLERUD schließt diese Oberflächen für seinen Backofenreiniger ausdrücklich aus.

Übernehmen Sie diesen Schritt deshalb nur, wenn der verwendete Reiniger ausdrücklich für das betreffende Material geeignet ist. Beachten Sie die Anwendungshinweise, Einwirkzeit und vorgeschriebene Schutzausrüstung. Ist die Verträglichkeit unklar, verwenden Sie einen für das Bauteil geeigneten Maschinenreiniger oder Harzlöser.

4. Nach der Reinigung sorgfältig kontrollieren

Ergänzend zur gezeigten Reinigungsroutine sollten die behandelten Teile anschließend von Reinigerrückständen befreit und vollständig getrocknet werden. Erst danach werden sie wieder montiert.

Nutzen Sie die Gelegenheit, die freigelegten Bauteile zu prüfen: Sind Risse erkennbar? Sind Schläuche beschädigt? Sind die Kühlluftwege frei? Auf sauberen Oberflächen lassen sich viele Auffälligkeiten leichter entdecken.

Braucht man dafür unbedingt ein Teilewaschgerät?

Nein. Wie ich auch im Video erwähne, gibt es verschiedene Wege zu einer sauberen Motorsäge. Für die gelegentliche Pflege reichen häufig Pinsel, Bürste, Tuch und ein geeigneter Reiniger. Ein Teilewaschgerät ist vor allem dann praktisch, wenn regelmäßig stark verschmutzte Maschinen oder ausgebaute Teile gereinigt werden.

An der Sachs-Dolmar 110 zeige ich, wie ich dabei vorgehe: groben Schmutz entfernen, die geeigneten Teile gründlich waschen und hartnäckige Stellen gezielt nacharbeiten. So ist die Maschine für die anschließende Reparatur vorbereitet.

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