Zündchip für Motorsägen: Kontaktzündung elektronisch umrüsten

Zündchip für Motorsägen: So wird aus der Kontaktzündung eine elektronische Zündung

Viele ältere Motorsägen sind mechanisch noch in einem guten Zustand, bereiten aber wegen ihrer Zündanlage immer wieder Probleme. Besonders Unterbrecherkontakt und Kondensator können mit zunehmendem Alter für einen schwachen oder unregelmäßigen Zündfunken sorgen. Passende Originalteile sind außerdem nicht für jede alte Maschine problemlos erhältlich.

In meinem YouTube-Video zeige ich, wie sich eine alte Motorsäge mit Kontaktzündung mithilfe eines Zündchips auf eine elektronische Zündung umrüsten lässt. Ein solches kleines Bauteil kann dazu beitragen, eine ansonsten noch brauchbare Motorsäge wieder zuverlässig zum Laufen zu bringen.

Was ist ein Zündchip?

Ein Zündchip ist ein elektronisches Schaltmodul, das bei einer klassischen Kontaktzündung den mechanischen Unterbrecherkontakt und den Kondensator ersetzt.

Bei einer herkömmlichen Kontaktzündung wird der Zündzeitpunkt durch das mechanische Öffnen des Unterbrecherkontakts ausgelöst. Mit der Zeit können sich die Kontaktflächen abnutzen, verschmutzen oder oxidieren. Auch ein defekter Kondensator kann dazu führen, dass die Motorsäge schlecht anspringt, Zündaussetzer hat oder vollständig ohne Zündfunken bleibt.

Nach der Umrüstung übernimmt der Zündchip das Schalten der Zündung elektronisch. Die vorhandene Zündspule wird weiterhin verwendet und muss deshalb technisch in Ordnung sein.

Welche Vorteile bietet ein Zündchip?

Der größte Vorteil besteht darin, dass die verschleißanfälligen Bauteile der Kontaktzündung entfallen. Der Unterbrecherkontakt muss anschließend weder gereinigt noch nachgestellt werden. Auch der Kondensator wird nicht mehr benötigt.

Weitere Vorteile können sein:

  • kein mechanischer Verschleiß am Unterbrecherkontakt
  • kein Einstellen des Kontaktabstands erforderlich
  • zuverlässigerer Zündfunke
  • leichteres Starten bei niedriger Anlassdrehzahl
  • kompakte und vergleichsweise einfache Umrüstung
  • Erhalt der vorhandenen Zündspule und des Schwungrads
  • Möglichkeit zur Reparatur älterer Maschinen, für die bestimmte Zündungsteile kaum noch verfügbar sind

Der in meinem Shop angebotene Zündchip besitzt ein zusätzliches Massekabel. Dadurch kann er flexibler montiert werden, solange die Masseleitung zuverlässig mit einem metallischen Bereich des Motors beziehungsweise der Zündungsgrundplatte verbunden ist.

Für welche Motorsägen eignet sich der Zündchip?

Der Zündchip ist für viele ältere Motorsägen und andere Kleinmotorgeräte mit einer klassischen Kontaktzündung geeignet. Dazu können je nach Ausführung Maschinen von Herstellern wie STIHL, Dolmar, Husqvarna oder McCulloch gehören.

Entscheidend ist allerdings nicht allein die Modellbezeichnung. Auch innerhalb einer Modellreihe wurden teilweise unterschiedliche Zündanlagen verbaut. Vor dem Einbau muss deshalb geprüft werden, ob die betreffende Maschine tatsächlich folgende Bauteile besitzt:

  • einen mechanischen Unterbrecherkontakt
  • einen Kondensator
  • eine separate und noch funktionsfähige Zündspule

Die Umrüstung ist für einen großen Teil klassischer Kontaktzündungen vorgesehen, aber nicht automatisch für jede Motorsäge geeignet.

Wann ist ein Zündchip nicht geeignet?

Eine Motorsäge, die bereits ab Werk über eine elektronische Zündung verfügt, benötigt normalerweise keinen zusätzlichen Zündchip. Das vorhandene Zündmodul übernimmt die elektronische Steuerung bereits.

Der Zündchip darf daher nicht einfach zusätzlich an eine bestehende elektronische Zündung angeschlossen werden. Er ist in erster Linie als Ersatz für Unterbrecherkontakt und Kondensator gedacht.

Auch eine defekte Zündspule lässt sich mit einem Zündchip nicht reparieren. Bleibt der Zündfunke nach der Umrüstung aus, können unter anderem folgende Ursachen vorliegen:

  • defekte Zündspule
  • beschädigtes Zündkabel oder Zündkerzenstecker
  • fehlerhafte Masseverbindung
  • falsche Verkabelung
  • defekter Stoppschalter
  • beschädigte oder zu schwache Magnete im Schwungrad
  • ungeeignete Zündanlage

Vor der Umrüstung sollte deshalb möglichst geprüft werden, ob die Zündspule und die übrigen Bauteile funktionsfähig sind.

Wie wird der Zündchip eingebaut?

Der genaue Einbau kann sich je nach Maschine unterscheiden. Das grundsätzliche Vorgehen ist jedoch bei vielen Kontaktzündungen ähnlich.

1. Zündanlage freilegen

Zunächst müssen die notwendigen Verkleidungsteile und in vielen Fällen auch das Schwungrad demontiert werden. Dadurch werden Unterbrecherkontakt, Kondensator und Zündspule zugänglich.

Vor der Demontage empfiehlt es sich, die ursprüngliche Kabelführung zu fotografieren. So lässt sich später besser nachvollziehen, wie Stoppschalter und Zündspule angeschlossen waren.

2. Unterbrecher und Kondensator entfernen

Der mechanische Unterbrecherkontakt und der Kondensator werden nicht mehr benötigt und können ausgebaut beziehungsweise elektrisch stillgelegt werden.

Die Zündspule bleibt dagegen erhalten. Sie erzeugt weiterhin die für den Zündfunken benötigte Hochspannung und muss deshalb intakt sein.

3. Zündchip anschließen

Der Plusanschluss des Zündchips wird mit der Zündspule und dem Ein-/Ausschalter verbunden. Dadurch entsteht eine gemeinsame Verbindung zwischen Zündspule, Chip und Stoppschalter.

Das separate Massekabel wird an einem metallisch blanken Massepunkt befestigt. Dafür eignet sich beispielsweise die Zündungsgrundplatte oder ein geeigneter Bereich am Motorgehäuse. Lack, Rost, Öl oder Schmutz können den elektrischen Kontakt beeinträchtigen.

4. Zündchip sicher befestigen

Das Modul muss so montiert werden, dass es während des Betriebs nicht beschädigt werden kann. Es sollte möglichst vor starker Hitze, Feuchtigkeit und Verschmutzung geschützt sein.

Auch die Kabel müssen sorgfältig verlegt werden. Sie dürfen nicht mit dem Schwungrad, der Kurbelwelle oder anderen beweglichen Teilen in Berührung kommen. Scheuerstellen und lose Leitungen können später zu einem erneuten Zündungsausfall führen.

5. Zündfunken prüfen

Nach dem Zusammenbau wird zunächst geprüft, ob ein kräftiger und regelmäßiger Zündfunke vorhanden ist. Erst danach sollte ein Startversuch durchgeführt werden.

Dabei ist zu beachten, dass ein sichtbarer Funke außerhalb des Zylinders nicht automatisch beweist, dass die gesamte Zündung unter Kompression einwandfrei arbeitet.

Häufige Fehler beim Einbau

Schlechte Masseverbindung

Eine unzureichende Masseverbindung gehört zu den häufigsten Fehlerquellen. Der Anschluss muss fest sitzen und direkten Kontakt zu blankem Metall haben.

Zündspule ist bereits defekt

Der Chip ersetzt nur Unterbrecherkontakt und Kondensator. Eine beschädigte Zündspule bleibt auch nach dem Umbau defekt.

Falsche Zündanlage

Nicht jede ältere Motorsäge besitzt automatisch eine Kontaktzündung. Vor der Bestellung und Montage sollte die vorhandene Anlage eindeutig bestimmt werden.

Kabel berühren das Schwungrad

Lose oder ungünstig verlegte Leitungen können vom Schwungrad beschädigt werden. Alle Kabel müssen ausreichend befestigt und von rotierenden Teilen ferngehalten werden.

Zündchip wird zu heiß oder feucht

Das Modul sollte nicht unmittelbar neben besonders heißen Motorteilen oder an einer ungeschützten Stelle montiert werden.

Muss der Zündzeitpunkt nachgestellt werden?

Bei der klassischen Kontaktzündung wird der Zündzeitpunkt unter anderem durch die Position und das Öffnen des Unterbrecherkontakts bestimmt. Nach der Umrüstung übernimmt der Zündchip dessen Schaltfunktion.

Ob weitere Anpassungen erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Motorsäge und der verwendeten Zündanlage ab. Nach dem Einbau sollte deshalb geprüft werden, ob die Maschine sauber startet, gleichmäßig hochdreht und in allen Drehzahlbereichen zuverlässig läuft.

Bei auffälligem Motorlauf darf die Säge nicht einfach weiter betrieben werden. Ein ungeeigneter oder deutlich falscher Zündzeitpunkt kann zu schlechtem Startverhalten, Leistungsverlust und einer erhöhten thermischen Belastung des Motors führen.

Lohnt sich die Umrüstung?

Bei einer alten Motorsäge mit verschlissenem Unterbrecher oder defektem Kondensator kann ein Zündchip eine sinnvolle Lösung sein. Die Umrüstung ist besonders interessant, wenn die übrige Maschine noch gut erhalten ist, passende Originalteile aber nur schwer zu beschaffen sind.

Ein Zündchip ist jedoch kein universelles Reparaturmittel für sämtliche Zündungsprobleme. Vor dem Einbau sollten die vorhandene Zündungsart und der Zustand der Zündspule eindeutig geprüft werden.

Richtig eingesetzt ersetzt das Modul zwei typische Verschleiß- und Fehlerquellen der alten Kontaktzündung und kann dadurch zu einem zuverlässigeren Start- und Laufverhalten beitragen.

Zündchip und Einbau im Video

Den vollständigen Umbau und die einzelnen Arbeitsschritte zeige ich in meinem YouTube-Video Dieses Ersatzteil rettet deine alte Motorsäge – Umbau auf elektronische Zündung.

Den passenden Zündchip für viele Motorsägen mit Kontaktzündung findest du auch im Onlineshop von fzersatzteile. Er ersetzt Unterbrecherkontakt und Kondensator und verfügt über ein separates Massekabel für eine flexible Montage.

Wichtiger Hinweis: Arbeiten an der Zündanlage sollten nur mit den erforderlichen Fachkenntnissen und geeignetem Werkzeug durchgeführt werden. Vor dem Einbau muss sichergestellt sein, dass der Zündchip zur vorhandenen Zündanlage passt.

Häufig gestellte Fragen

Ersetzt der Zündchip auch die Zündspule?

Nein. Die vorhandene Zündspule wird weiterhin benötigt und muss funktionsfähig sein.

Werden Unterbrecher und Kondensator noch benötigt?

Nein. Beide Bauteile werden durch den Zündchip ersetzt.

Kann der Chip in eine bereits elektronische Zündung eingebaut werden?

Normalerweise nicht. Der Chip ist für die Umrüstung einer mechanischen Kontaktzündung vorgesehen.

Passt der Zündchip in jede alte Motorsäge?

Nein. Die tatsächliche Zündungsart muss vor dem Einbau geprüft werden. Selbst bei identischen Modellnamen können je nach Baujahr unterschiedliche Anlagen vorhanden sein.

Warum ist eine gute Masseverbindung so wichtig?

Ohne zuverlässige elektrische Verbindung zum Motorgehäuse kann der Zündchip nicht ordnungsgemäß arbeiten. Der Massepunkt muss sauber, metallisch blank und fest verschraubt sein.

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